Ein großes Fenster fällt bei einer Besichtigung schnell ins Auge. Es öffnet den Raum zum Garten, und schon stellt man sich vor, wo das Sofa stehen könnte. Doch Licht, das auf einem Foto schön wirkt, ist nicht unbedingt das richtige zum Lesen, Kochen oder Arbeiten. Wer auf Mauritius ein Haus sucht, sollte die Fenster deshalb auch aus der Perspektive der Menschen betrachten, die darin wohnen werden.
Konkreter wird es, wenn man sich den Alltag in den Räumen vorstellt. Wo soll das Sofa stehen? Um wie viel Uhr wird gefrühstückt? Ein Fenster, das während der Besichtigung angenehm wirkt, kann später am Tag einen ganz anderen Eindruck machen. Ein zweiter Termin zu einer anderen Uhrzeit ermöglicht einen Vergleich. Wie es das ganze Jahr über sein wird, lässt sich daraus allerdings nicht ablesen.
Der Blick vom Sofa aus
Tageslicht besteht nicht nur aus Sonnenstrahlen, die durch eine Scheibe fallen. Ein Raum kann diffuses Licht erhalten, ohne dass die Sonne direkt auf den Boden scheint. Der öffentliche australische Ratgeber YourHome unterscheidet diese beiden Formen des Tageslichts. Er weist auch darauf hin, dass direkte Sonne auf polierten Oberflächen blenden kann, etwa auf einer Küchenarbeitsplatte oder einem Schreibtisch.
Für Kaufinteressenten lohnt es sich deshalb, nicht nur in der Mitte des Raums stehen zu bleiben. Setzen Sie sich dorthin, wo Sie später lesen möchten. Schauen Sie vom geplanten Schreibtischplatz aus in den Raum oder stellen Sie sich an die Küchenarbeitsplatte. Spiegelungen auf Oberflächen und die Helligkeit eines Fensters lassen sich von der Tür aus nur bedingt beurteilen.
Mit Zustimmung der Bewohner können Sie auch die Lampen ausschalten, um besser zu erkennen, wie viel Licht durch die Fenster kommt. Es geht nicht darum, ein Haus zu finden, das ganz ohne künstliche Beleuchtung auskommt. Entscheidend ist, wo das Tageslicht zu Ihrem geplanten Alltag passt.
Was vor dem Fenster Schatten spendet
Ein Dachüberstand, ein Lamellenelement oder ein außen liegendes Rollo beeinflusst, wie die Sonne auf ein Fenster trifft. Das mauritische Energy Efficiency Management Office unterscheidet in seinen Empfehlungen für Gewerbegebäude zwischen festem und beweglichem Sonnenschutz. Dabei berücksichtigt es den Sonnenstand, mögliche Blendung und das Tageslicht, das weiterhin in den Raum gelangen soll. Diese Grundsätze helfen auch beim Blick auf ein Wohnhaus. Sie werden hier jedoch nicht als Vorschriften für jedes Haus dargestellt.
Achten Sie bei der Besichtigung auf den Schattenrand am Fenster und darauf, was den Schatten wirft. Lässt sich der Lichteinfall mit dem vorhandenen Sonnenschutz regeln? Muss er vollständig geschlossen sein, damit sich der Raum angenehm nutzen lässt? Lassen Sie sich die Bedienung zeigen. Das sagt mehr aus als ein Rollo, das lediglich auf einem Foto zu sehen ist.
Ein Vorhang im Raum und ein Sonnenschutz außen liegen auf unterschiedlichen Seiten der Verglasung. Bevor Sie fest mit einem Umbau rechnen, kann ein Architekt die Fenster und mögliche Lösungen prüfen. Allein die Fenstergröße sagt weder aus, wie hell der Raum ist, noch wie angenehm er sich nutzen lässt.
Die Küche zur Frühstückszeit
Notieren Sie Uhrzeit, Wetter und die Stellung der Rollos. So lassen sich Eindrücke besser vergleichen. Bei bedecktem Himmel und vollständig geöffnetem Sonnenschutz herrschen andere Bedingungen als an einem sonnigen Tag mit heruntergelassenen Rollos. Mit Erlaubnis aufgenommene Fotos können als Gedächtnisstütze dienen. Ihre Helligkeit hängt allerdings auch von den Kameraeinstellungen ab.
Die Himmelsrichtung der Fenster liefert eine weitere Information. Daraus allein lässt sich keine allgemeine Rangfolge für Häuser auf Mauritius ableiten. Auch der Sonnenschutz, Hindernisse in der Nähe und die Nutzung der einzelnen Räume spielen eine Rolle. Wenn das Tageslicht für Ihre Kaufentscheidung wichtig ist, können Sie mit einer Fachperson über eine Untersuchung des Sonnenverlaufs und der Verschattung sprechen.
Bei der zweiten Besichtigung lässt sich dann gezielt die Küche zu der Uhrzeit ansehen, zu der Sie dort sein möchten, oder die Leseecke am späten Nachmittag. So wird klarer, wo der Tisch oder der Sessel stehen soll, und manchmal auch, welches Haus das richtige ist.








